Bezirksparteitag in Bad Kissingen

5 Jun

Informationsveranstaltung „Windräder im Bürgerwald“

5 Jun
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Eberhard Ponader zeigt den Standort

Zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Windräder im Bürgerwald trafen sich Mitglieder der Kreis-FDP in Kirchlauter. Die aktuelle Diskussion behandelt die geplante Aufstellung von Windrädern auf dem Tonberg . Mit einer geplanten Höhe von 230 m sind diese für die anliegenden Gemeinden Kirchlauter und Goggelgereuth so nah, dass Diskussionsbedarf besteht, der sich auch bis Pettstadt ausdehnt.

Die FDP Haßberge vertritt grundsätzlich den Standpunkt, dass Windenergie zu fördern ist. Die Standortfrage darf auch nicht von Gemeinde zu Gemeinde geschoben werden. Gerade deshalb muss eine jeweilige genaue Prüfung eines Standortes ohne ideologische Scheuklappen erfolgen. Durch den Umstand, dass mit Forstamtsrat a.D. Eberhard Ponader ein Forstexperte in der FDP-Vorstandschaft sitzt, startete die Meiungsbildung der Kreisliberalen mit einem Vortrag über die im Bürgerwald ansässige Wildkatze. Diese geschützte Tierart ist nur in wenigen Regionen Deutschlands wieder heimisch. Dazu gehört auch ein Teil der Haßberge. Der Nachweis der geschützten Katzen gelingt durch sogenannte Lockstöcke, die mit Baldrian besprüht die Katzen anlocken. Der Nachweis erfolgt dann über Haare, die im Winter einmal wöchentlich vom Lockstock gesammelt werden und zur DNA – Analyse an den Bund Naturschutz geschickt werden. Dies sei eine sichere und tierfreundliche Methode den Bestand der Population zu erforschen. Die Mitglieder zeigten sich trotz Starkregens sehr beeindruckt von dem Vortrag und auch die Ortsbegehung verdeutlichte die Problematik der Tierschützer, die die Wanderungsreviere der Wildkatze durch das Aufstellen dieser Windräder bedroht sehen.

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Ein Lockstock mit Wildkatzenhaaren

 

In der Diskussion zeigten sich zudem noch zu verifizierende Argumente, dass anliegende Gemeinden – wie Kirchlauter –  unter die 10 H – Regelung fallen. Diese sieht  – vereinfacht ausgedrückt – einen Mindestabstand zum 10-fachen der Windradhöhe zu Wohngebäuden vor.

Das Fazit des Abends war unter den Anwesenden einvernehmlich. Windkraftnutzung sei unverzichtbar und darf auch nicht vor den Haßbergen Halt machen, aber die Standortfrage sollte stets eine breite Prüfung aller Folgen beinhalten.

Um die Diskussion zum Thema weiter zu vertiefen, wird in naher Zukunft ein Treffen mit Befürwortern dieses Standortes angestrebt.

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Die Wildkatze – aufgenommen mit einer Infrarotkamera