Informationsveranstaltung „Windräder im Bürgerwald“

5 Jun
IMG_7129
Eberhard Ponader zeigt den Standort

Zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Windräder im Bürgerwald trafen sich Mitglieder der Kreis-FDP in Kirchlauter. Die aktuelle Diskussion behandelt die geplante Aufstellung von Windrädern auf dem Tonberg . Mit einer geplanten Höhe von 230 m sind diese für die anliegenden Gemeinden Kirchlauter und Goggelgereuth so nah, dass Diskussionsbedarf besteht, der sich auch bis Pettstadt ausdehnt.

Die FDP Haßberge vertritt grundsätzlich den Standpunkt, dass Windenergie zu fördern ist. Die Standortfrage darf auch nicht von Gemeinde zu Gemeinde geschoben werden. Gerade deshalb muss eine jeweilige genaue Prüfung eines Standortes ohne ideologische Scheuklappen erfolgen. Durch den Umstand, dass mit Forstamtsrat a.D. Eberhard Ponader ein Forstexperte in der FDP-Vorstandschaft sitzt, startete die Meiungsbildung der Kreisliberalen mit einem Vortrag über die im Bürgerwald ansässige Wildkatze. Diese geschützte Tierart ist nur in wenigen Regionen Deutschlands wieder heimisch. Dazu gehört auch ein Teil der Haßberge. Der Nachweis der geschützten Katzen gelingt durch sogenannte Lockstöcke, die mit Baldrian besprüht die Katzen anlocken. Der Nachweis erfolgt dann über Haare, die im Winter einmal wöchentlich vom Lockstock gesammelt werden und zur DNA – Analyse an den Bund Naturschutz geschickt werden. Dies sei eine sichere und tierfreundliche Methode den Bestand der Population zu erforschen. Die Mitglieder zeigten sich trotz Starkregens sehr beeindruckt von dem Vortrag und auch die Ortsbegehung verdeutlichte die Problematik der Tierschützer, die die Wanderungsreviere der Wildkatze durch das Aufstellen dieser Windräder bedroht sehen.

IMG_7133
Ein Lockstock mit Wildkatzenhaaren

 

In der Diskussion zeigten sich zudem noch zu verifizierende Argumente, dass anliegende Gemeinden – wie Kirchlauter –  unter die 10 H – Regelung fallen. Diese sieht  – vereinfacht ausgedrückt – einen Mindestabstand zum 10-fachen der Windradhöhe zu Wohngebäuden vor.

Das Fazit des Abends war unter den Anwesenden einvernehmlich. Windkraftnutzung sei unverzichtbar und darf auch nicht vor den Haßbergen Halt machen, aber die Standortfrage sollte stets eine breite Prüfung aller Folgen beinhalten.

Um die Diskussion zum Thema weiter zu vertiefen, wird in naher Zukunft ein Treffen mit Befürwortern dieses Standortes angestrebt.

IMG_7140
Die Wildkatze – aufgenommen mit einer Infrarotkamera

 

 

Mitgliederversammlung des FDP – Kreisverbandes am 3. Mai 2016 in Ebern

14 Mai

Ebern. Nach der Begrüßung gab Vorsitzende Katrin Hiernickel einen ausführlichen Bericht zum zurückliegenden Geschäftsjahr des Kreisverbandes Haßberge. Bei ihrem Rückblick wurde u.a. der Neujahrsempfang mit Stammtisch zum Thema „Willkommen bis zur Obergrenze?“, der sich mit der Flüchtlingsproblematik beschäftigte, genannt. Er zeigte gute Ansätze in der lebhaft geführten Diskussion des Themas.

Der Kreisverband war auf Bezirks- und Landesparteitagen vertreten. Darüber wurde ebenfalls berichtet. Ausschussarbeiten im Landesverband leisten Katrin Hiernickel als stellvertretende Vorsitzende im Landesfachausschuss  Bildung. Alfred Neugebauer ist Mitglied des Katholisch-Liberalen Arbeitskreises in Bayern und leitet ihn und ist stv. Vorsitzender des Bundesfachausschusses Kirche, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. Die Ergebnisse der LfAs fließen regelmäßig als Antragsgrundlage in die Beschlüsse der Landesparteitage ein, wie die Vorsitzende deren Wirkung begründet.

Für das kommende Jahr sollen neben die regelmäßigen Zusammenkünfte im Vorstand und mit den Mandatsträgern einige Aktivitäten die Basisarbeit stärken. So soll am 17.September 2016 ein Rhetorik-Seminar organisiert werden, bei dem man sich mit Hilfe der liberalen Thomas – Dehler-Stiftung einen hervorragenden Referenten leisten möchte. Auch Nichtmitglieder sind dazu herzlich willkommen. Im Herbst soll außerdem das Grenzlandmuseum in Streufdorf/Thüringen mit Mitgliedern aus dem FDP-KV Hildburghausen besucht werden.

Der Geschäftsführer Alfred Neugebauer gab anschließend den Schatzmeisterbericht: Die Mitgliederzahl blieb 2015 konstant. Der Haushalt schließt mit einem geringem Minus ab, wegen der geleisteten  Sonderumlage an die Bundespartei. Für die Kassenprüfer bestätigte Klaus Dünisch eine einwandfreie Buchführung. Mit einem Dank an den Geschäftsführer Neugebauer wurde Entlastung für Schatzmeister und Vorstand beantragt und einstimmig angenommen.

In der darauffolgenden aktuellen Diskussion zum Thema „Windräder“ äußerten sich  Eberhard Ponader und Harald Pascher. E. Ponader betonte, dass er seine eigene Meinung dazu vertrete, die sich mit der des BUNDes decke. Bei Errichtung von vier über 200 m hohen Windrädern würde das große geschlossene Waldgebiet des Haßberg-Hauptkammes durchschnitten. Eine breite Trassenführung (vgl. Sailershausen) ist nötig und beeinträchtigt die 300 ha erheblich. Da der Steigerwald nicht mit Windrädern bebaut wird, solle gleiches auf die Haßberge angewandt werden, zumal dies für den „sanften Tourismus“ dienlich wäre. Weiter berichtete Eberhard Ponader, dass der Wildkatzenbestand von 2 Tieren vor acht Jahren sich auf 16 erhöht hat. Anhand von DNA-Analysen durch Haare am Lockstock ist das belegbar. Diese Population würde durch die Windräder erheblich gestört.

Die nächste Vorstandsitzung wird aus diesem Grund für den 2.6. mit der Besichtigung des Tonberges einberufen, wo die Windräder geplant sind. Auch Nichtvorstandsmitglieder sind herzlich eingeladen. Treffpunkt ist in Kirchlauter.

 

Wir trauern um Hans – Dietrich Genscher

1 Apr

12923314_10154083316302250_3786210342964081418_n

„Gestern Nacht ist Hans-Dietrich Genscher gestorben: der Architekt der deutschen Einheit, einer der Begründer der Europäischen Union und unser väterlicher Freund. Er hat Geschichte geschrieben und Deutschland geprägt. Wir haben ihm viel zu verdanken. Nach Guido Westerwelle verlieren wir eine zweite unserer großen Persönlichkeiten. Unsere Trauer kann nicht größer sein“

(Christian Lindner, Vorsitzender FDP)

„Für mich war Hans – Dietrich Genscher eine FDP – Persönlichkeit, in dessen politischer Arbeit ich stets meine eigene Vorstellung von Freiheit wiederfand.“

(Katrin Hiernickel, Kreisvorsitzende FDP Haßberge)

„Hans-Dietrich Genscher war für mich ein nicht unumstrittener Parteivorsitzender, dafür aber ein großer Politiker. Ihm verdanken wir in nicht bescheidenem Maße die deutsche Einheit.“

(Alfred Neugebauer, Kreisgeschäftsführer der FDP Haßberge)

„Ein hochbegabter Rechtsassesor aus unserem Umkreis bekam in der Wende das Angebot von H.G. Genscher, nahtlos bei ihm im AA tätig zu werden. Die beiden Herren hatten sich bei den 2+4 Verhandlungen näher kennen gelernt. Nach reiflicher Überlegung sagte unser Bekannter, er ziehe eine Anstellung in der Wirtschaft vor. Gründe dafür seien eine deutlich größere Unabhängigkeit , namentlich im Falle einer Abwahl der FDP. Diese Meinung vertrat er nebenbei auch schon gegenüber Guido Westerwelle, mit welchem er schon seit ihrer gemeinsam Bonner Studienzeiten in ständigen Kontakt stand. Genscher zeigte für diese Haltung Verständnis und bedauerte dennoch diese Absage. Der weitere Berufsweg verlief dann auch bis heute außerordentlich erfolgreich.“

(Wolfram Frhr. v. Rotenhan, Vorstand FDP Haßberge)

 

Wir gedenken Guido Westerwelle

19 Mrz